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Geduld ist gefragt: Smart-Meter-Rollout lässt auf sich warten

Das zurückliegende Jahr, es hätte so schön enden können: Kurz vor Weihnachten hat das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) die Zertifizierung des dritten Smart-Meter-Gateways bekannt gegeben. Man konnte sich das Augenleuchten bei Messtechnikherstellern und Messstellenbetreibern geradezu bildlich vorstellen. Schließlich waren mit drei zertifizierten Geräten voneinander unabhängiger Hersteller die Voraussetzungen zum Start des flächendeckenden Smart-Meter-Rollouts in Deutschland erfüllt. Doch über den Jahreswechsel hinaus dürfte die Vorfreude etwas abgeflaut sein. Denn mit dem dritten Zertifikat lieferte das BSI nur eine Hälfte des Weihnachtsgeschenks. Die zweite – in Form der sogenannten Markterklärung – lässt weiter auf sich warten.

Einbau nicht für alle Verbraucher verpflichtend

Nun gut, im Warten ist die Energiebranche ja inzwischen erprobt… An dieser Stelle lohnt sich ein kleiner Rückblick ins Jahr 2016. Damals wurde der Grundstein für die verpflichtende Datenübertragung mittels intelligenter Messsysteme gelegt – mit dem Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende. Dieses beinhaltet unter anderem einen Punkt, der den flächendeckenden Austausch der aktuellen Zählerlandschaft nach sich zieht. Davon sind alle Haushalte und Unternehmen mit einem jährlichen Verbrauch von mehr als 6.000 kWh Strom betroffen. Kunden mit geringerem Verbrauch steht frei, ob sie intelligente Zähler einbauen lassen.

Freiwilliger Einbau bereits möglich

Auf Grundlage des Gesetzes also haben zahlreiche Unternehmen intensiv in die Entwicklung von Smart-Meter-Technologien investiert, um mit Beginn des Rollouts – der ursprünglich für 2017 geplant war – von der Energiewende profitieren zu können. Mit Spannung wurde dann der erste zertifizierte Zähler erwartet und Ende 2018 euphorisch gefeiert. Schließlich war die Hoffnung groß, dass weitere Zertifikate in Kürze folgen würden. Die weitere Entwicklung verlief bekanntlich schleppend. Während einige Messstellenbetreiber inzwischen bereits intelligente Zähler auf Kundenwunsch hin einbauen (für alle verpflichtend wird dies erst mit der Markterklärung), mussten vereinzelte Messtechnik-Anbieter angesichts hoher Sicherheitsstandards und anspruchsvoller Zertifizierungsverfahren unterdessen die Segel streichen. Zu groß waren die finanziellen Einbußen über die Jahre.

Cliffhanger und Hoffen auf ein Happy End zur E-world

Schenkt man dem Bundeswirtschaftsministerium Glauben, so soll das BSI die Markterklärung, in der die Anforderungen unterschiedlicher Einsatzbereiche den technischen Möglichkeiten gegenübergestellt werden, noch Anfang 2020 abschließen. Und wer weiß – vielleicht bietet ja die diesjährige E-world in Essen als europaweit größte Messe der Energiebranche die passende Gelegenheit, um das Erreichen dieses Meilensteins zu verkünden. Zumindest aus Marketingsicht der perfekte Zeitpunkt!

Steffen Grau

Steffen Grau

Steffen Grau verfügt über Erfahrungen in der Energiewirtschaft auf Basis seiner Tätigkeiten der letzten 30 Jahre im Umfeld Zählerwesen, Stromvertrieb und IT. Neben dem Aufbau der Smart-Meter-Plattformen bei GISA umfasst das Tätigkeitsgebiet gerade in den zurückliegenden Jahren die Themen IoT und Kommunikation auf Basis von LoRaWAN™. Er beobachtet für GISA die Entwicklungen im Bereich der Digitalisierung der Energiewende und arbeitet an der Übersetzung dieser Entwicklungen für unsere Kunden. Dabei unterstützt er aktiv Projekte im Sub Metering, Smart Grid und E-Mobility im Kontext der intelligenten Messsysteme. Außerdem ist er ständiges Mitglied im Ausschuss für Gateway-Standardisierung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie.

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