Das Ziel: Senkung der monatlichen Azure-Kosten
Die GASAG AG betreibt wesentliche SAP-Systeme in der Microsoft Azure Cloud. Einige dieser Systeme liefen bereits seit mehreren Jahren produktiv und basierten auf technischen Konfigurationen, die mit Blick auf die eingesetzten Ressourcen nicht mehr zeitgemäß waren. Besonders die verwendeten „striped“ LVM-Setups (mit Premium SSD v1) führten dazu, dass pro System eine Vielzahl an Managed Disks notwendig war.
Die Konsequenzen waren spürbar: hohe monatliche Storage-Kosten, eingeschränkte Flexibilität in der Kapazitätsplanung und potenzielle Performance-Hotspots durch die feste Kopplung von IOPS (Input-Output Operations Per Second) und Durchsatz an die Plattengröße.
Im Rahmen des aktualisierten Betriebsservice von GISA und mittlerweile neu verfügbaren Azure-Optionen wurden klare Optimierungspotenziale identifiziert. Ziel der GASAG war es, die monatlichen Azure-Kosten nachhaltig und deutlich zu senken – ohne Performanceeinbußen und ohne Unterbrechungen im laufenden Betrieb.
Festplattenmigration, neues Preismodell und flexible Skalierungsoptionen als Effizienzbooster
Gemeinsam mit der GASAG evaluierte GISA verschiedene Optimierungsoptionen für die Storage-Struktur. Die Wahl fiel auf die Einführung von Premium SSD v2, da dieser Festplattentyp flexible Skalierungsoptionen bietet: IOPS und Durchsatz lassen sich unabhängig von der Plattengröße frei anpassen, Erweiterungen können in beliebiger Kapazität erfolgen und das Preismodell nach GiB (Gibibyte) sorgt für hohe Wirtschaftlichkeit.
Im Projekt wurden sämtliche Daten von den bestehenden SSD v1 „Daten-Festplatten“ auf die neuen Premium SSD v2 übertragen. Zugleich wurde die LVM-Konfiguration von „striped“ auf „linear“ umgestellt. Die Migration erfolgte vollständig im laufenden Betrieb – ohne Downtime.
Nach einem erfolgreichen Pilotprojekt auf einem nicht-produktiven SAP-System wurden in mehreren Wellen alle produktiven Systeme migriert. Die zeitliche Planung erfolgte eng abgestimmt mit der GASAG, insbesondere für Lastschwachzeiten.
In der Nachbereitungsphase wurden die Systeme intensiv überwacht, die Backup-Prozesse validiert und die finale Konfiguration dokumentiert.
Höhere Geschwindigkeit und mehr Effizienz bei geringeren Kosten: Spürbarer Nutzen und messbare Vorteile
Die Umstellung brachte GASAG erhebliche wirtschaftliche und technische Vorteile:
- Fast 50% monatliche Einsparung bei den Azure-Storage-Kosten
- Flexible Anpassbarkeit von IOPS und Durchsatz – unabhängig von der Kapazität
- Abrechnung pro GiB, wodurch unnötige Überdimensionierung entfällt
- Zero Downtime während der gesamten Migration
- Zukunftssichere, skalierbare Storage-Struktur, optimal für wachsende Systemlandschaften
Highlights
- Vollständige Migration ohne Ausfallzeit in der produktiven Umgebung
- Kombination aus technologischer Modernisierung und massiver Kostenoptimierung
- Partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen GISA und GASAG – von Analyse bis Betrieb
- Amortisierung der Projektkosten bereits nach drei Monaten
- LVM-Modernisierung von „striped“ auf „linear“ für mehr Sicherheit, Transparenz und Erweiterbarkeit
Ausblick
Der Erfolg des Projekts stärkt nachhaltig das Vertrauen zwischen GASAG und GISA und bildet den Auftakt für weitere FinOps-getriebene Optimierungen im Azure-Umfeld. Denn die Erkenntnisse aus dem Storage-Projekt zeigen deutlich: Durch proaktive Betriebsbeobachtungen lassen sich weitere Kosten- und Effizienzpotenziale identifizieren – beispielsweise im Backup-Storage oder in anderen Infrastrukturkomponenten.
Gemeinsam sollen künftig weitere Systeme analysiert und auf moderne, flexible und kosteneffiziente Cloud-Architekturen überführt werden. Damit bleibt GASAG bestens aufgestellt für wachsende Anforderungen und zukünftige Innovationsschritte.