Digitale Selbstbestimmung statt Abhängigkeit: Open Source für Landes- und Kommunalverwaltungen

Ein Ausfall mit Ansage: Im Oktober 2025 sorgte eine Störung in einer US‑Cloud‑Region dafür, dass in Deutschland zentrale digitale Dienste ausfielen und Gelder nicht ausgezahlt werden konnten. Das zeigt: Selbst wenn Daten „in der EU“ liegen, bleiben ausländische Rechtsräume und Anbieterabhängigkeiten ein Risiko – besonders für kritische Verwaltungsprozesse.

Genau hier setzen Open-Source-Technologien und ein souveräner Betriebsansatz an. Dieser Beitrag zeigt, wie Verwaltungen Abhängigkeiten reduzieren, Datenschutz erhöhen und sich nachhaltig souverän aufstellen. Und er macht transparent, wie das GISA-Angebot den rechtssicheren Betrieb in Deutschland ermöglicht – für echte Souveränität.

Warum Open Source gerade jetzt ein wichtiger Hebel ist

Cyberangriffe, unkontrollierter Datenabfluss und politisch motivierte Attacken stellen Landkreise und Kommunen vor wachsende Herausforderungen. Gleichzeitig steigt der Einsatz von KI-Tools – häufig ohne ausreichende Sicherheits- oder Datenschutzkontrollen.

Für Landräte und Verwaltungsleitungen bedeutet dies vor allem: hohe Verantwortung bei gleichzeitig fehlenden Werkzeugen, die nachhaltige Sicherheit gewährleisten.

GISA unterstützt die Landes- und Kommunalverwaltungen daher mit innovativen Open Source-Lösungen und dem eigenen Rechenzentrum, um die digitale Souveränität zu stärken (Mehr zur Stärkung der digitalen Souveränität) und den Datenschutz für Verwaltungen zu erhöhen. Denn Open Source steht für transparente Architekturen, offene Standards und echte Wechselfähigkeit (Mehr zu Open Source im Kontext Digitale Souveränität). Für Verwaltungen bedeutet das:

  1. Keine Anbieterbindung
  2. Höhere Sicherheit
  3. Souveränität über Daten & Systeme
  4. Kostentransparenz & Nachhaltigkeit
  5. Gemeinschaftliche Weiterentwicklung

Welchen Mehrwert liefert Open Source für Landes- und Kommunalverwaltungen?

Kommunen, die auf quelloffene Bürosoftware, offene E‑Mail‑Infrastrukturen oder kollaborative Plattformen wie Nextcloud umgestellt haben, lösen sich von Abhängigkeiten. Sie können zugleich ihre Lizenzkosten reduzieren und profitieren von einer IT‑Landschaft, die sich schnell an rechtliche und organisatorische Anforderungen anpassen lässt. Typische Pilotfelder für den Einsatz sind: Dokumentenmanagement, KI, Reporting/BI, Kollaboration & Filesharing, E‑Akte, zunehmend auch Geodaten-Portale (z. B. für Bauleitplanung, Infrastruktur, Liegenschaften).

Schritt-für-Schritt-Checkliste für Behörden

  1. Abhängigkeiten erkennen und sichtbar machen: Welche kritischen Abhängigkeiten bestehen aktuell? Welche Fachverfahren sind betroffen? Wo liegen die Daten heute? Wie ist die Vertragslage?
  2. Lösungen identifizieren: Setzen Sie auf rechtssichere, vorgangsorientierte und kollaborationsfähige Lösungen mit offenen Architekturen, klaren Services und einem Notfallmanagement.
  3. Betriebs- & Sicherheitsmodell festlegen: Professionelle Partner übernehmen Betrieb, Security‑Patching, Monitoring und Compliance. Grundlage ist eine verlässliche Verwaltungsplattform in Deutschland.
  4. Pilotprojekt wählen: Klein starten – schnell Mehrwert liefern: z. B. durch Umsetzung von KI-Cases, um Datenbanken und Daten zu sichern, im Reporting oder für Kollaboration.
  5. Mitarbeitende mitnehmen: Frühzeitig Fachbereiche und IT einbinden: Schulungen durchführen, klare Rollen vergeben, Change‑Management planen.
  6. Standards & Austauschbarkeit sichern: Systeme modular und interoperabel wählen, Schnittstellen prüfen, Abhängigkeiten bewusst reduzieren.

Typische Stolpersteine – und wie Sie sie vermeiden

  • „Tool-First“ statt Architekturdenken: Einzeltools ohne Plattformstrategie einzuführen, führt zu Insellösungen. Besser ist es: Klären Sie erst die Architektur und das Betriebsmodell, wählen Sie dann die konkreten Tools.
  • Unterschätzter Betrieb: Open Source „installieren“ ist einfach. Sicher betreiben ist allerdings der Schlüssel. Dazu gehören: 24/7, Patching, Monitoring, Notfallmanagement.
  • Wechselfähigkeit: Achten Sie auf SLAs, Datenportabilität, Exit‑Szenarien und offene Schnittstellen.

Die Antwort zur Abhängigkeit: Das GISA-Angebot zur Stärkung der digitalen Souveränität von Verwaltungen

Die GISA unterstützt öffentliche Einrichtungen ganzheitlich und DSGVO-konform! Das Ziel: Digitale Souveränität stärken, ohne Abhängigkeit von Anbietern aus Übersee.

Dabei setzen wir auf drei stabile Säulen:

  1. Software‑as‑a‑Service (SaaS) – vorkonfigurierte Fach- und Kollaborationsdienste
  2. Platform‑as‑a‑Service (PaaS) – offene, skalierbare Plattform für Integrationen und Eigenentwicklungen
  3. Infrastructure‑as‑a‑Service (IaaS) – Betrieb im GISA‑Rechenzentrumsverbund, zertifiziert, abgesichert, unter deutscher Gerichtsbarkeit

Zur Basis gehört der Rund‑um‑die‑Uhr-Schutz, weil Angreifer keine Bürozeiten kennen:

  • Deutschsprachiger 24/7‑Support & Betrieb
  • Eigenes Security Operation Center (SOC)
  • Datenschutz‑ & Informationssicherheits‑Expertise (KRITIS)
  • Professionelles Notfallmanagement

Mit zentralen Governance‑Funktionen und klaren Betriebsrichtlinien unterstützt GISA die sichere Integration von Open‑Source‑Technologien und KI‑Werkzeugen. 

Fazit: Digitale Souveränität ist eine Führungsentscheidung. Nur ein Wechsel der Office Suite reicht nicht – ohne souveräne Infrastruktur, Plattform, Software und Betrieb bleibt die Abhängigkeit bestehen. Setzen Sie auf Open Source mit klarer Governance: kontrolliert, protokolliert, datenschutzkonform.
GISA begleitet Landkreise und Kommunen Ende‑zu‑Ende – für Unabhängigkeit, Sicherheit und Gestaltungsmacht im digitalen Raum.

Reifegrad‑Check „Digitale Souveränität“: Finden Sie heraus, wo Ihre Verwaltung steht und welche Schritte als Nächstes sinnvoll sind. Hier gelangen Sie zum Fragebogen. 

Sehr gern zeigen Ihnen unsere ExpertInnen für Open Source in der Verwaltung, wie der Start in Ihrer Umgebung gelingt – von der sicheren Office-Lösung bis zum Betriebssystem.

Kontakt aufnehmen

Als Managerin für Business & Strategie ist Sindy Geisler auf die ganzheitliche Betrachtung der Kundenbedürfnisse und die Bereiche Business Development sowie Account Management spezialisiert. Ihr Schwerpunkt liegt dabei auf der Digitalisierung im öffentlichen Sektor. Mit über 15 Jahren Erfahrung in der Entwicklung und Umsetzung erfolgreicher Digitalisierungsstrategien verfügt sie über umfassende Expertise in der strategischen Begleitung von Kommunal- und Landesverwaltungen.

Sindy Geisler

Autorin

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