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Freitag, 1. September 2006

Innovationsprojekt in Limbach-Oberfrohna: Die Stadt rechnet bald wie Unternehmen

Im Zuge des Verwaltungsreformprozesses stehen Kommunen in ganz Deutschland vor zahlreichen Herausforderungen. Ein ständig größer werdendes Aufgabenspektrum, bessere Kundenorientierung und Wirtschaftlichkeit werden künftig das Verwaltungshandeln bestimmen. Die Ansprüche der Bürger an die Verwaltung sind gestiegen; die finanziellen Gestaltungs-spielräume werden enger. Die Stadt Limbach-Oberfrohna stellt sich mit einem Großprojekt zur Verwaltungsreorgani-sation frühzeitig auf die neuen Anforderungen ein.

Unter anderem soll jetzt in einem Modellprojekt der Übergang zur kaufmännischen Buchführung (Doppik) vorbereitet werden. "Das bisher geltende kommunale Haushalts- und Rechnungswesen mit seiner kameralistischen Buchführung entspricht den neuen Anforderungen an eine moderne, dienstleistungsorientierte Verwaltungssteuerung nur unzureichend", so Oberbürgermeister Dr. Hans-Christian Rickauer.

Die Kameralistik bildet zwar den Geldverbrauch ab, die Frage aber, was die Stadt eine bestimmte Leistung "kostet", wird nicht beantwortet. Der kaufmännische Rechnungsstil (Doppik) dagegen bildet durch die Gegenüberstellung von Ertrag und Aufwand auch den Ressourcenverbrauch ab, und macht die städtischen Finanzen damit transparenter und besser steuerbar.

Die Stadt Limbach-Oberfrohna wird zum 1. September das Pilotprojekt zur Vorbereitung der Umstellung auf die doppische Haushaltsrechnung starten. Sie ist damit eine der ersten Kommunen in Sachsen, die diesen Schritt vollzieht. Noch sind die gesetzlichen Vorgaben des Freistaates Sachsen nicht vollständig abgeschlossen. Allerdings beabsichtigt der Freistaat, die rechtlichen Rahmenbedingungen bis spätestens zum 31.12.2007 zu schaffen, so dass die sächsischen Kommunen ihre Haushaltswirtschaft ab dem 01.01.2008 auf das Neue Kommunale Finanz und Rechnungswesen umstellen können. Den Kommunen, die bereits zum 01.01.2008 auf das Neue Kommunale Finanz- und Rechnungswesen umstellen, wird durch den Freistaat die Möglichkeit eingeräumt, für eine Übergangsfrist mit einer noch nicht durch die Sächsische Anstalt für Kommunale Datenverarbeitung (SAKD) zertifizierten Buchungssoftware zu arbeiten.

Für das  "Frühstarter-Projekt" hat sich die Stadtverwaltung eines der führenden mitteldeutschen IT-Unternehmen ins Boot geholt. Gemeinsam mit dem halleschen IT-Dienstleister GISA GmbH wurde eine Projektgruppe gebildet, die Anfang August ihre Arbeit aufgenommen und erste konzeptionelle Festlegungen getroffen hat. Bis Anfang 2008 soll die auf SAP basierende kommunale Finanzsoftware getestet, und der Umstieg auf Doppik vorbereitet werden. "Mit der GISA GmbH haben wir den richtigen Partner gefunden, um dieses In-novationsprojekt anzugehen. Wir erwarten uns mit der Doppik mehr Transparenz als bisher über unsere gesamte Finanzverwaltung. So können wir eine wirklich nachhaltige  Ausgaben- und Investitionspolitik betreiben"  erläutert Dr. Rickauer. Am 31. August findet die feierliche Vertragsunterzeichnung zwischen der Stadt Limbach-Oberfrohna und der GISA GmbH statt. Oberbürgermeister Dr. Hans-Christian Rickauer und Michael Krüger, Geschäftsführer der GISA, informieren gemeinsam mit dem Projektteam über Ziele und Inhalte des Projektes.

Ihre Ansprechpartnerin:
Franciska Lüders
E-Mail: franciska.lueders@gisa.de

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